Ein Jahr nach Bundestagswahl ist Baukindergeld umgesetzt

„Ein Jahr nach der Bundestagswahl ist ein wichtiger Punkt aus dem Koalitionsvertrag und ein wichtiges Anliegen des IVD umgesetzt. Das Baukindergeld ist endlich da. Endlich wird Wohneigentum in Deutschland wieder gefördert.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD, heute in Berlin.

Laut dem Bundesinnenministerium kann das Baukindergeld ab dem 18. September 2018 beantragt werden. Anträge können dann online im KfW-Zuschussportal gestellt werden. Die URL lautet: www.kfw.de/zuschussportal. „Das Baukindergeld kommt genau zur richtigen Zeit. Es fördert Familien, die für die Zukunft vorsorgen wollen. In Anbetracht der Diskussionen um Altersarmut und Rentenlücken ist das ein sehr guter erster Schritt“, sagt Schick.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Studie des Center for Real Estate Studies (CRES). Demnach habe das Baukindergeld erhebliches Potenzial, junge Familien beim Eigentumserwerb finanziell deutlich zu entlasten. In fünf exemplarisch untersuchten Städten – Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg und Krefeld – werde die Förderung zu fast durchweg zweistelligen Entlastungen des Haushaltseinkommens führen. Eine Ersparnis von 5 bis 63 Prozent bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sei möglich. So kann das Baukindergeld die Einkommensbelastung von Familien in Hamburg in zentraler Lage um bis zu acht Prozent senken, in den umliegenden Stadtteilen sogar um bis zu 42 Prozent. Eine Familie mit drei Kindern in Harburg oder Billstedt muss dank Baukindergeld lediglich 20 beziehungsweise 21 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Tilgung aufwenden. In Leipzig senkt die Förderung die Haushaltsbelastung stadtweit um drei Prozent bei einem Kind und bis zu elf Prozent bei drei Kindern. Die Haushaltsbelastung liegt dann mit Förderung bei lediglich 21 bis 26 Prozent.

„Flankierend zum Baukindergeld muss das im Koalitionsvertrag stehende Bürgschaftsprogramm als Eigenkapitalersatz eingeführt werden. Zudem sollte Ersterwerbern von selbstgenutzten Wohnimmobilien ein Freibetrag von der Grunderwerbsteuer gewährt werden. Das wäre der effektivste und einfachste Weg, um Wohneigentum weiter zu fördern“, erklärt Schick.

Anträge können laut KfW-Merkblatt von Personen gestellt werden:

• die (Mit-)Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum geworden sind und
• die selbst kindergeldberechtigt sind oder mit der kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt leben und
• in deren Haushalt mindestens ein Kind gemeldet ist, das zum Zeitpunkt der Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und für das im Haushalt eine Kindergeldberechtigung vorliegt und
• deren zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 15.000 Euro je weiterem Kind, nicht überschreitet. Das Kind muss die oben genannten Bedingungen erfüllen,
Gefördert wird ausschließlich der erstmalige Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum in Deutschland. Die Förderung besteht in einem Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr für jedes Kind unter 18 Jahren über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. Das jährlich zu versteuernde Haushaltseinkommen darf nicht mehr als 90.000 Euro bei einem Kind betragen. Je weiteres Kind erhöht sich die Bemessungsgrenze um 15.000 Euro.

Die Anträge müssen spätestens drei Monate nach Einzug in das selbst genutzte Wohneigentum gestellt werden. Für das Jahr 2018 gilt hierbei eine Ausnahme: Wenn der Einzug im Jahr 2018 vor Beginn der Förderung erfolgt ist, kann der Antrag ohne Beachtung der Drei-Monats-Frist gestellt werden. Wenn der Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2018 und 31.12.2020 abgeschlossen wurde oder in diesem Zeitraum die Baugenehmigung erteilt wurde, können Anträge auf Baukindergeld sogar bis zum 31.12.2023 gestellt werden. Maßgeblich ist, dass die Antragstellung innerhalb von 3 Monaten nach dem Einzug erfolgt.

 

Quelle: DEAL-Magazin.de

Ökonomen unterläuft bei Kritik an Mietpreisbremse schwerer Fehler

In einem Gutachten forderten Wissenschaftler die Abschaffung der Mietpreisbremse. Jetzt stellt sich heraus: Ihre Annahmen über die Wirkungsweise des Gesetzes sind falsch. Ein weiteres Beispiel dafür, wie kompliziert die Regel ist.

Die kurze Geschichte der Mietpreisbremse hat ein neues, unrühmliches Kapitel hinzubekommen. Dieses Mal geht es allerdings nicht um einen weiteren Streitfall zwischen Mieter und Vermietern über überhöhte Mietzahlungen. Sondern um eine peinliche Fehleinschätzung einiger Ökonomen.

In der vergangenen Woche hatte der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums ein Gutachten zur sozialen Wohnungspolitik vorgelegt. Darin forderten die Wissenschaftler, die Mietpreisbremse ersatzlos zu streichen. Begründung: Das Instrument mache den Neubau von Wohnungen unattraktiv. Und wenn das Wohnungsangebot nicht größer werde, stiegen die Preise noch schneller. Nach der reinen Lehre wäre es also das beste, auf eine Preisregulierung ganz zu verzichten.

Damit platzte der Beirat mitten in die laufenden Verhandlungen der großen Koalition über eine Nachbesserung der komplizierten Preisbremse. Entsprechend groß war die Empörung bei Wohnungspolitikern der SPD sowie bei Justizministerin Katarina Barley. Aber auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sah sich gezwungen, ein Statement abzugeben: Man halte an einer Nachbesserung der Mietpreisbremse fest, sagte er. Die Diskussion über den radikalen Vorschlag der Ökonomen riss trotzdem nicht ab.

Rechtsirrtum in einem wichtigen Gutachten

Jetzt stellt sich heraus: alles ein Irrtum. Die Experten des wissenschaftlichen Beirats legten eine falsche Annahme zugrunde. Sie waren davon ausgegangen, dass die Mietpreisbremse auch für Neubauten gilt – beziehungsweise dass auch bei einer Wiedervermietung in einem Neubau die Mieten gedeckelt sind. Das wäre de facto ein Mietenstopp. Denn Neubaumieten liegen meist weit über der zulässigen Grenze der Mietpreisbremse, die zehn Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete greift.

In dem Gutachten heißt es: „Ausgenommen vom Gesetz sind Wohnungen, die erst nach dem 1. Oktober 2014 erstmalig genutzt oder vermietet werden und Wohnungen, die nach einer umfassenden Modernisierung zum ersten Mal vermietet werden. Die Mietpreisbremse greift jedoch bei allen anschließenden Mietverhältnissen.“ Genau dieser zweite Satz ist unzutreffend. Denn tatsächlich sind Neubauten ab Oktober 2014 dauerhaft befreit.

Es klingt nach einem Detail. Doch nutzt auch die Immobilienbranche stets dieses Argument, um gegen die Mietpreisbremse Stimmung zu machen. Die Mietpreisbremse sei eine Neubaubremse, heißt es häufig bei Verbänden und anderen Interessenvertretern. Dieses zentrale Argument machten sich die Ökonomen in dem als unabhängig bezeichneten Beirat nun zu eigen. Dabei übersahen sie nicht nur eine wichtige Ausnahme in dem Gesetz. Sondern sie verzichteten auch darauf, empirische Belege für ihre Annahmen vorzulegen.

„Wir beziehen uns auf staatliche Eingriffe allgemein“

Stattdessen unterstellen die Gutachter einfach: „Bei einer Kappung der Mieten für Neuvermietungen sinkt durch die niedrigeren erwarteten Renditen der Anreiz, neue Wohnungen zu bauen.“ Gegenüber WELT ruderte einer der Experten des Beirats jetzt zurück: „Wir geben zu, dass in dem Absatz nicht ausreichend herausgearbeitet wurde, dass wir uns hier nicht auf die bereits gültige Version der Mietpreisbremse beziehen, sondern auf ein Eingreifen in den Mietmarkt im Allgemeinen, das vielleicht in der Zukunft stattfinden könnte“, sagte Friedrich Breyer.

Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats, Professor für Volkswirtschaftslehre, Lehrstuhlinhaber an der Universität Konstanz sowie Vorstandsmitglied beim Verein für Socialpolitik und dem Thurgauer Wirtschaftsinstitut (TWI). „Wir beziehen uns auf staatliche Eingriffe allgemein, nicht auf die Mietpreisbremse nach dem Mietnovellierungsgesetz“, so Breyer.

Jedoch findet sich an keiner Stelle des Gutachtens ein Hinweis auf die Allgemeinheit dieser Aussage. Stattdessen wird mehrfach Bezug auf die aktuell gültige Mietpreisbremse genommen. Und deren Streichung gefordert. Außerdem schreiben die Gutachter: „Begrenzt man den Mietanstieg bei Wiedervermietungen, sinkt der Anreiz, bestehende Wohnungen zu modernisieren.“

„Das ist blanker Unsinn“, sagt Daniel Halmer, Rechtswissenschaftler und Geschäftsführer des Verbraucherportals wenigermiete.de. „Die Miete kann ja bei der Erstvermietung nach umfassender Modernisierung ungebremst angehoben werden. Jeder Nachmieter muss diese Miethöhe dann akzeptieren, da die Vormiete Bestandsschutz genießt“, erklärt er mit Verweis auf § 556e Absatz 1 BGB.

Quelle: Infografik WELT

Neubauboom trotz Regulierungen

Ohnehin fehlen verlässliche Daten, die belegen, dass Bauträger und Projektentwickler aus Angst vor der Mietpreisbremse auf Neubauten oder Modernisierungen verzichten. Vielmehr scheinen Regulierungen im tatsächlichen Marktgeschehen praktisch keine Rolle zu spielen. Es herrscht Bauboom in Deutschland, viele Firmen operieren am Rande ihrer Möglichkeiten. „Die Schlussfolgerungen basieren auf theoretischen Überlegungen, wie Mieter und Vermieter auf die Mietpreisbremse reagieren würden“, sagt Breyer.

Die Mietpreisbremse gehört zu den wohl größten Fehlkonstruktionen der deutschen Rechtsgeschichte. Eigentlich sollte sie seit ihrer Einführung im Juni 2015 dafür sorgen, dass der rasante Anstieg von Neuvertragsmieten in Regionen mit Wohnungsknappheit abgebremst wird. Stattdessen passierte in vielen Städten wenig bis nichts. Die Mieten steigen weiter.

Die einen sagen: Das Instrument ist zu kompliziert. Da scheint etwas dran zu sein. Tatsächlich unterliefen drei Landesregierungen bei der Umsetzung der Preisbremse schwerwiegende Formfehler. Gerichte kassierten die Preisbremse dort vorübergehend wieder ein – in Hamburg, Hessen und Bayern.

Die anderen sagen: Den Mietern fehlt die Möglichkeit, ihr Recht gegenüber Vermietern einzufordern – weil extra Schlupflöcher in Gesetz eingebaut wurden. Meistens akzeptieren Mieter bei Vertragsabschluss eine überhöhte Miete und verzichten später darauf, eine Absenkung zu verlangen, weil dies meist nur auf dem Rechtsweg möglich ist. So berichten es örtliche Mietervereine und der Deutsche Mieterbund.

Einigung in der Groko bis 5. September?

Eine Nachbesserung der Mietpreisbremse war eines der zentralen Anliegen der SPD für diese Legislaturperiode. „Ein erster Schritt wäre gewesen, die Mietpreisbremse flächendeckend einzuführen“, sagte Michael Groß, SPD-Berichterstatter für Mietrecht im Rechtsausschuss im Bundestag. „Dann wäre auch das Problem fehlerhafter Landesverordnungen beseitigt, und es müsste nicht ständig neu geprüft werden, in welchen Gebieten Wohnungsknappheit herrscht. Ich komme aus dem Ruhrgebiet, und selbst dort – in Gebieten ohne Mietpreisbremse – wird der Preisanstieg inzwischen zu einem Thema. Leider wurde die flächendeckende Gültigkeit von der CDU abgelehnt.

Das zweite Problem liege in der mangelnden Transparenz. Mieter könnten nicht einschätzen, ob der Vermieter tatsächlich schon vom Vormieter einen Betrag oberhalb der Preisgrenze verlangt hat. „Dafür gelten Ausnahmen von der Preisbremse, aber Mieter haben mangels Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Vermietern keine Möglichkeit zu prüfen, ob zu Recht von einer Ausnahme Gebrauch gemacht wird. Wir wollen eine umfassende Auskunftspflicht. Darüber wird noch verhandelt“, sagt Groß. „Ich gehe davon aus, dass wir bis zur Kabinettssitzung am 5.9. ein Ergebnis haben.“

Insgesamt zeigt sich der SPD-Politiker aber unzufrieden mit der generellen Wirkungsweise der Preisbremse:Wir sind der Ansicht, dass die Mietpreisbremse so einfach funktionieren muss, dass es nicht jedes Mal ein Gerichtsverfahren braucht, um diese durchzusetzen.“ Doch der Widerstand in der Union sei relativ hoch. „Man glaubt an die unsichtbare Hand des Marktes. Aber es geht hier um bezahlbare Mieten, und die kommen offensichtlich nicht zustande, wenn man alles den freien Kräften überlässt.“

Quelle: welt.de

Grundstücksrecht: Feuchtigkeit im Vorratskeller = Mangel?!

Feuchtigkeit in den im Kaufvertrag als Vorratskeller bezeichneten Kellerräumen ist kein Mangel der Immobilie. Im konkreten Fall des Oberlandesgerichts Schleswig waren die Kelleraußenwände eines in den frühen 60er Jahren gebauten Einfamilienhauses durchfeuchtet, so dass Salzausblühungen und Putzabplatzungen entstanden. Allerdings handelte es sich nicht um Nässe, so dass zumindest feuchtigkeitsunempfindliche Vorräte problemlos gelagert werden konnten und die Nutzung als Vorratsraum (wie vereinbart) möglich war. Für ein Einfamilienhaus aus dieser Zeit ist es, so das OLG, geradezu typisch, dass die beim Bau aufgebrachte Beschichtung zwischenzeitlich nicht mehr intakt ist und daher Feuchtigkeit in die Kellerräume eindringt. Es kann deshalb nicht erwartet werden, dass der Keller vollständig trocken ist. Die Feuchtigkeit ist kein Mangel.

Kommentar

Mangelhaft ist eine Immobilie immer dann, wenn negativ von dem vereinbarten Zustand abgewichen wird. Bei dieser Bewertung spielen das Alter der Immobilie und die daraus folgenden Abweichungen vom Neuzustand eine tragende Rolle. Liegt kein Mangel vor, muss der Verkäufer auch nicht darüber informieren.

Fundstelle: OLG Stuttgart, Urteil vom 17.07.2018, 10 U 143/17, IBRRS 2018, 2376

Quelle: bethge-legal.com

Günstige Mieten trotz vieler Jobs

Typischerweise steigen die Mieten dort, wo es viele Jobs gibt, und umgekehrt sinken die Wohnkosten, wo Arbeit fehlt. Doch dieser Zusammenhang gilt in Deutschland längst nicht überall, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer neuen Studie und identifiziert teils überraschende Ausnahmen.

In einigen der 156 Bezirke der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt, trotzdem gibt es dort noch immer viel bezahlbaren Wohnraum. Insgesamt haben die IW-Wissenschaftler in ihrer Studie zwölf BA-Bezirke hervorgehoben, in denen die Mieten günstig sind und das Jobangebot hoch – von Schweinfurt über Montabaur bis Schwäbisch Hall.

In Jena beispielsweise liegen die Mieten etwa 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig gibt es 67 gemeldete offene Fachkraft-Stellen pro 100 Arbeitslose. Da aber nur jeder zweite Job bei der BA gemeldet wird, liegt die tatsächliche Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze deutlich über der offiziellen Arbeitslosenzahl.

Am anderen Ende der Skala hat das IW sieben BA-Bezirke identifiziert, in denen das Wohnen sehr teuer ist, obwohl die Gegend im Verhältnis zur Arbeitslosenzahl kaum Jobs bereithält – beispielsweise Hamburg, wo die Mieten 36 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen, es aber nur 39 gemeldete Stellen auf 100 Arbeitslose gibt. Oder Berlin Mitte, wo sogar 52 Prozent mehr für die Miete fällig werden als im deutschen Durchschnitt, aber nur 25 potenzielle Arbeitsplätze für 100 Arbeitslose gemeldet sind.

Für einzelne Spezialisten können dort die Chancen dennoch gut sein, doch für Fachkräfte allgemein sind die Arbeitsmarktchancen anderenorts deutlich besser.

Quelle: iwkoeln.de

Gutachten zur Vergleichsmiete auch ohne Besichtigung gültig

Hintergrund: Gutachter konnte Wohnungen nicht besichtigen

Die Vermieterin einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus verlangt vom Mieter die Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Zur Begründung hatte sich die Vermieterin auf ein Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen berufen. Das Gutachten, das Angaben zur ortsüblichen Vergleichsmiete für die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen des Gebäudes enthält, war dem Mieterhöhungsverlangen beigefügt.

In dem Gutachten heißt es unter anderem:

„Die Wohnungen konnten nicht besichtigt werden, da keine Mieter angetroffen wurden oder sich dazu bereit erklärt haben. Deshalb wird in diesem Gutachten auf frühere Besichtigungen oder [die] mir zur Verfügung gestellten Besichtigungsdaten des Auftraggebers und Wohnungsbeschreibungen des Auftraggebers Bezug genommen. Es wurden von mir auch schon genügend Wohnungen des Auftraggebers besichtigt, die in der Ausstattung ähnlich sind.“

Amts- und Landgericht haben die Klage auf Zustimmung zur Mieterhöhung abgewiesen. Das Mieterhöhungsverlangen sei formell unwirksam, weil der Sachverständige weder die betreffende Wohnung noch andere Wohnungen in dem Gebäude besichtigt habe.

Entscheidung: Besichtigung nicht zwingend

Der BGH hebt das Urteil des Landgerichts auf und verweist den Rechtsstreit dorthin zurück.

Zur Begründung eines Mieterhöhungsverlangens kann der Vermieter nach § 558a Abs. 2 Nr. 3 BGB auf ein mit Gründen versehenes Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Bezug nehmen. In diesem Fall hängt die formelle Wirksamkeit des Mieterhöhungsverlangens nicht davon ab, ob der Sachverständige die Wohnung oder im Fall eines Typengutachtens jedenfalls eine vergleichbare Wohnung besichtigt hat. Der BGH widerspricht damit einer verbreiteten Ansicht.

Das Begründungserfordernis soll den Mieter lediglich in die Lage versetzen, der Berechtigung des Mieterhöhungsverlangens nachzugehen und dieses zumindest ansatzweise nachzuvollziehen. Es dient hingegen nicht dazu, bereits den Nachweis der ortsüblichen Vergleichsmiete zu führen oder dem Mieter ein etwaiges Prozessrisiko abzunehmen.

Bei Beifügung eines Sachverständigengutachtens ist der Begründungspflicht damit grundsätzlich Genüge getan, wenn das Gutachten Angaben über Tatsachen enthält, aus denen die geforderte Mieterhöhung hergeleitet wird, und zwar in einem Umfang, dass der Mieter der Berechtigung des Erhöhungsverlangens nachgehen und dieses zumindest ansatzweise selbst überprüfen kann. Der Sachverständige muss somit eine Aussage über die tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete treffen und die zu beurteilende Wohnung in das örtliche Preisgefüge einordnen.

Nach dieser Maßgabe bedarf es in formeller Hinsicht nicht notwendigerweise einer vorherigen Besichtigung der betreffenden Wohnung durch den Sachverständigen. Wirksamkeitsvoraussetzung ist insoweit lediglich, dass die Angaben des Sachverständigen für den Mieter nachprüfbar sind. Es kommt darauf an, welche Angaben das Gutachten enthält, nicht aber, wie der Sachverständige die Grundlagen für diese Angaben gewonnen hat. Letzteres ist zwar bedeutsam, um die Qualität des Gutachtens zu beurteilen, nicht aber für die formelle Wirksamkeit des Mieterhöhungsverlangens.

(BGH, Urteil v. 11.7.2018, VIII ZR 190/17)

 

Quelle: haufe.de

Geringerer Flächenumsatz im ersten Halbjahr an den Büromärkten

Die kontinuierliche und vergleichende Analyse von 13 deutschen Büromärkten (Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Magdeburg, München, Nürnberg und Stuttgart) durch DIP – Deutsche Immobilien-Partner ermöglicht Querschnittsvergleiche zwischen den Märkten in Nord- und Süd- bzw. West- und Ostdeutschland und zwischen Städten verschiedener Marktgröße.

Die Analysen von DIP – Deutsche Immobilien-Partner zeigen, dass die fortgesetzte robuste Wirtschaftslage in Deutschland die Entwicklung der Büromärkte auf der Nachfrageseite zwar positiv beeinflusst, doch die Unternehmen aufgrund des teilweise sehr engen Marktes (zu geringes Flächenangebot) oftmals keine adäquaten Flächen finden:

– Im ersten Halbjahr 2018 liegt der Gesamtbüroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) mit rd. 2,06 Mio. m² rd. 7% unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (2,21 Mio. m²), aber dennoch rd. 25% über dem langjährigen Mittel (Ø 2008-2017: 1,65 Mio. m², jeweils erstes Halbjahr).
– Der Büroflächenleerstand ist in den DIP-Märkten binnen Jahresfrist um rd. eine Million m² gesunken. Er liegt aktuell bei rd. 4,8 Mio. m². Die Leerstandsquote sank von 5,6% Ende Juni 2017 auf aktuell 4,5%.
– Gleichzeitig ist die durchschnittliche Spitzenmiete in den analysierten deutschen Büromärkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um EUR 0,90/m² bzw. 3,2% auf rd. 29,20 EUR/m² gestiegen (1. Hj. 2017: EUR 28,30/m²).

DIP-Büromärkte: Rückgang des Büroflächenumsatzes

In den erfassten 13 deutschen DIP-Büromärkten (Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/M., Hamburg, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Magdeburg, München, Nürnberg und Stuttgart) wurde im ersten Halbjahr 2018 mit rd. 2,06 Mio. m² ein um ca. 7% geringerer Büroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) als im Rekordvorjahr (1. Hj. 2017: rd. 2,21 Mio. m²) registriert. Dennoch ist das erreichte Umsatzniveau im ersten Halbjahr das zweithöchste der letzten 25 Jahre.

Dabei entwickelte sich der Markt sehr heterogen:

• Zum Teil deutlich gesunkene Büroflächenumsätze analysiert DIP in den Städten Dresden (-28%), Magdeburg (-25%), Hamburg (-23%), Berlin (-20%), Köln (-18%) und Düsseldorf (-17%).
• Demgegenüber stiegen in Nürnberg (+100%), Essen (+61%), Karlsruhe (+12%), München (+6%) und Frankfurt a. M. (+1%) die Flächenumsätze in höchst unterschiedlicher Dynamik. In Leipzig und Stuttgart blieben sie stabil.

Sinkende Büroflächenumsätze in den „Big Seven“

• Auf die „Big Seven“ (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart) entfiel ein Büroflächenumsatz von insgesamt 1,76 Mio. m² (-11%) bzw. ein Anteil von 85% des gesamten Büroflächenumsatzes in den 13 DIP-Märkten (1. Hj. 2017: 1,97 Mio. m² bzw. 89%).
• München gilt aktuell als deutschlandweit umsatzstärkster Büromarkt mit einem Halbjahresumsatz von rd. 444.000 m² (+6%) und liegt vor dem Berliner Bürovermietungsmarkt (402.000 m²; -20%).
• Als drittstärkster Standort konnte Frankfurt am Main mit rd. 247.000 m² seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr (ca. 244.000 m², +1%) nur minimal steigern.
• Die größte absolute Umsatzsteigerung binnen Jahresfrist konnte innerhalb der „Big Seven“ in München (+24.000 m²) generiert werden.
• Von den „Big Seven“ verzeichnete Berlin (-101.000 m²) die markanteste Umsatzeinbuße.

Büroflächenumsätze der mittelgroßen DIP-Bürozentren gestiegen

• In den mittelgroßen DIP-Bürozentren war die Entwicklung des Flächenumsatzes (im Mittel der restlichen Märkte) insgesamt positiv: Im Vorjahresvergleich stieg der Flächenumsatz in den Städten Dresden, Essen, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg und Nürnberg um rd. 24% auf ca. 301.000 m² (1. Halbjahr 2017: 243.000 m²). Im Zuge des Umsatzwachstums zog auch der Anteil an dem von DIP erfassten Gesamtumsatz auf rd. 15% an (2017: 11%).
• Allerdings war die Dynamik der Entwicklung in den einzelnen Städten unterschiedlich: So sind z. B. die Flächenumsätze in Nürnberg um 100% auf 70.000 m² und in Essen um 61% auf 82.000 m² gestiegen, während in Dresden ein Rückgang der Umsätze um 28% auf 29.000 m² zu beobachten war.

Sinkende Büroflächenleerstände

• Der Gesamtumfang der kurzfristig verfügbaren Büroflächen hat sich innerhalb eines Jahres in den 13 analysierten deutschen Märkten um rd. 1,05 Mio. m² von rd. 5,85 Mio. m² Mitte 2017 auf ca. 4,80 Mio. m² Mitte 2018 reduziert.
• Analog dazu sank die durchschnittliche Leerstandsquote der 13 DIP-Büromärkte binnen Jahresfrist von 5,6% auf aktuell 4,5%.

Spitzenmieten und durchschnittliche City-Mieten im Plus

• Im Rahmen der gestiegenen Flächenumsätze hat die durchschnittliche gewichtete Spitzenmiete innerhalb eines Jahres in den 13 analysierten deutschen DIP-Büromärkten um 3,2% auf rd. EUR 29,20/m² Ende Juni 2018 angezogen (Ende Juni 2017: ca. EUR 28,30/m²). Hier sind vor allem die gestiegenen Spitzenmieten in Berlin (EUR 31,50/m², +8,6%) und Stuttgart (EUR 23,-/m², +4,5%) zu nennen.
Bundesweiter Mietpreisführer bleibt Frankfurt/M. mit einer binnen Jahresfrist anziehenden Spitzenmiete von EUR 40,50/m².
• Noch deutlicher zog das durchschnittliche, in den DIP-Märkten analysierte Mietniveau für Büroflächen in Citylagen an und zwar um rd. 12% bzw. EUR 2,20/m² von rd. EUR 18,20/m² Mitte 2017 auf rd. EUR 20,40/m² Mitte 2018.

Quelle: DEAL-Magazin.de

Steigende Immobilienpreise: Wie sie sich auf die Finanzierung auswirken

Langweilige Preisentwicklung? Wohl nur für die, die kein Interesse an Wohneigentum haben. Alle anderen betrachten die weiterhin steigenden Preise für alle Immobilienarten in den nördlichen und östlichen Metropolregionen Deutschlands wohl mindestens mit gemischten Gefühlen. Und ein Ende der Steigerung ist nicht in Sicht.

Steigende Preise bleiben für Hamburger Immobilien normal. Verglichen mit den ersten Monaten des Jahres kosten Wohnungen 2,43 Prozent mehr, Häuser 1,27 Prozent. Das ungebremste Interesse an Wohneigentum hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung. „Bei fast jeder Anfrage gibt es mittlerweile Besonderheiten“, so Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg. „Entweder findet ein Bieterverfahren statt, bei dem das Budget schon vorher genau ermittelt werden muss, oder die Interessenten brauchen die Darlehenszusage innerhalb von ein paar Tagen. Zurzeit sind auch lange Zinsbindungen von bis zu 20 Jahren nachgefragt oder die Erhöhung des Eigenkapitalanteils durch Ausgliederung von KfW-Mitteln über eine Förderbank.“

Ob sich das Baukindergeld auf die Immobilienpreise in der Hansestadt auswirkt, lässt sich laut Frank Lösche noch nicht absehen, erst ab August ist die Beantragung möglich. Er gibt Familien, die dieses Jahr eine Immobilie kaufen oder bauen wollen – oder das bereits getan haben –, aber schon jetzt einen Tipp: „Das Baukindergeld lässt sich hervorragend in einen Bausparvertrag anlegen, der nach Ablauf der Förderzeit das Zinsänderungsrisiko abfängt“, rät Lösche.

Dresden: Besonders Hauspreise ziehen an

Die sächsische Metropolregion macht in Sachen Preisentwicklung keine Ausnahme – auch hier werden Immobilien höher gehandelt als zuvor. Im Vergleich zum Vorquartal verstärkt sich die Dynamik: Die Steigerung um fast fünf Prozent bei Wohnungen und fast drei Prozent bei Häusern ist größer als in den drei bzw. vier Quartalen zuvor.

Die Preisspannen ändern sich bei beiden Immobilienarten kaum. Dafür aber der Medianpreis: Im Mittel geben Käufer 2.369 €/qm für die neue Wohnung aus – über 70 Euro mehr als im ersten Quartal. Für Häuser werden durchschnittlich sogar über 110 Euro mehr gezahlt als Anfang des Jahres: 2.287 €/qm.

 

Quelle: DEAL-Magazin.de

 

Baupreise für den Wohnbau steigen im Rekordtempo

Bauen wird immer teurer. Im Mai sind die Preise für Wohngebäude (ohne Fertighäuser) gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent gestiegen. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge hat es ein höheres Plus zuletzt im November 2007 mit 5,8 Prozent gegeben. Der Bundesverband BFW ergänzt, dass die tatsächliche Kostensteigerung noch weitaus höher sei: So seien etwa ordnungsrechtliche Vorgaben und gestiegene Qualitätsansprüche nicht eingerechnet.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte der Preisanstieg im Februar 2018 im Jahresvergleich bei vier Prozent gelegen. Von Februar bis Mai 2018 erhöhten sich die Baupreise (einschließlich Umsatzsteuer) noch einmal um ein Prozent. Alle Preise beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer.

Rohbau: Betonarbeiten verteuern sich am deutlichsten

Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden sind von Mai 2017 bis Mai 2018 um 4,6 Prozent gesprungen. Am stärksten verteuert haben sich Betonarbeiten (plus 5,4 Prozent), für Mauerarbeiten mussten 3,7 Prozent mehr bezahlt werden, für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten 3,6 Prozent. Zimmer- und Holzbauarbeiten waren laut Destatis um 4,3 Prozent teurer als im Mai 2017.

Ausbau: Preissteigerungen um bis zu fünf Prozent

Die Preise für Ausbauarbeiten haben nach Abgaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent zugelegt. Die Preise für Tischlerarbeiten stiegen um 4,1 Prozent, für Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen um 3,8 Prozent, für Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden um fünf Prozent. Putz- und Stuckarbeiten waren im Mai 2018 um drei Prozent teurer als im Mai 2017.

Instandhaltung: 3,8 Prozent über Vorjahreswert

Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) waren im Mai 2018 um 3,8 Prozent höher als im Vorjahr. Die Neubaupreise für Bürogebäude und für gewerbliche Betriebsgebäude stiegen jeweils um 4,1 Prozent.

BFW-Präsident Ibel: Zahl der Bauvorschriften vervierfacht

„Leider ist die Realität noch düsterer, da der klassische Baupreisindex die tatsächliche Kostenentwicklung gar nicht abbildet. Ordnungsrechtliche Vorgaben und gestiegene Qualitätsansprüche sind hier noch nicht eingerechnet“, kommentiert BFW-Präsident Andreas Ibel die Zahlen von Mai 2018.

„Die Zahl der Bauvorschriften hat sich seit dem Jahr 1990 auf 20.000 vervierfacht“, so Ibel. Wie eine Mitgliederumfrage des Verbandes zeige, werde es zudem immer schwieriger, Fachplaner und Baufirmen zu finden. Der Mangel an freien Kapazitäten auf dem Markt verzögere den Bauprozess und treibe die Kosten weiter in die Höhe.

Quelle: haufe.de

Stimmung in der Immobilienbranche auf neuem Tiefstand

Die Stimmung für die Immobilienbranche geht weiter nach unten: Mit 125,7 Zählerpunkten fällt das Immobilienklima in der Juli-Befragung für den Deutschen Hypo-Index im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent. Zuletzt lag dieser Wert im Dezember 2014 auf einem niedrigeren Niveau. Am deutlichsten fiel das Ertragsklima um 3,3 Prozent auf 123,8 Punkte.

Das Investmentklima sank im Vergleich zu Juli 2017 nur um 0,9 Prozent. Der Stimmungsrückgang betrifft alle Segmente, am stärksten die Handelsimmobilien (minus 6,1 Prozent auf 79,2 Punkte). Damit liegt das Handelsklima auf dem niedrigstem Stand seit Ende 2009. Seit Anfang des Jahres ist dies das einzige Segment mit einer überwiegend kritischen Einschätzung. Bereits im Juni war die Stimmung vor allem beim Handelsklima gedrückt.

Am geringsten fiel der Rückgang mit minus 0,6 bei Wohnimmobilien aus. Auch bei Büro- und Logistikimmobilien blieb der Rückgang moderat (minus 1,3 Prozent beziehungsweise minus 1,5 Prozent). Das Hotelklima trübte sich dagegen um drei Prozent ein und erreicht den geringsten Stand seit Beginn der Erhebung im Dezember 2015.

Zahlen im Überblick

  • 19 Prozent: Handelsklima mit stärkstem Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 71,8 Punkte: Abstand zwischen höchstem (Wohnklima) und niedrigstem Wert (Handelsklima)
  • 1 Prozent: Büroklima mit geringstem Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 119,7 Punkte: Hotelklima auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung (Dezember 2015)

Quelle: haufe.de

Basiszinssatz bleibt zum 1.7.2018 unverändert

Basiszinssatz 2018: Der aktuelle Basiszins liegt – genau wie der Basiszinssatz 2017 – bei minus 0,88 Prozent. Damit weist der Basiszins seit fünf Jahren einen negativen Wert auf.

Die Deutsche Bundesbank hat den Basiszinssatz zum 1.7.2018 weiterhin auf -0,88 Prozent festgelegt – den Wert, den der Basiszins seit Juli 2016 hat. Bereits seit Anfang 2013 weist der Basiszinssatz einen negativen Wert auf. Jeweils zum 1.1. und 1.7. eines Jahres wird der Zinssatz angepasst.

Basiszinssatz 2018: Grundlage für Verzugszinsen

Der Basiszinssatz ist die Grundlage für die Berechnung der Verzugszinsen. Bei Geschäften zwischen Privatleuten liegen die Verzugszinsen bei 5 Prozentpunkten über dem Basiszins (§ 288 Abs. 1 BGB).

Vermieter von Gewerberaum können als Mindest-Verzugsschaden 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz verlangen (§ 288 Abs. 2 BGB). Wurde das gewerbliche Mietverhältnis vor dem 29.7.2014 begründet, betragen die Verzugszinsen für Mieten, die bis Juni 2016 fällig geworden sind, 8 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

Quelle: haufe.de

Tilgung zählt: Wie lange zahlen Wohneigentümer ihre Immobilie ab?

In Deutschland ist die Attraktivität von Wohnimmobilien in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Und auch die Preise kennen nur eine Richtung: Im Bundesschnitt steigen sie seit Jahren. Ist der Traum vom Eigenheim noch finanzierbar?

Antworten gibt der Postbank Wohnatlas für den das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Immobilienmärkte in 401 kreisfreien Städten und Landkreisen untersucht hat. Die Studie zeigt, was der Wohnungskauf monatlich kostet – und wo die Raten im Rahmen bleiben. So kann bei einer Tilgungsdauer von knapp 20 Jahren in 186 Städten und Landkreisen, also fast der Hälfte aller Regionen, eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit einer monatlichen Belastung von unter 500 Euro erworben werden. Steigert man den monatlichen Betrag auf bis zu 750 Euro, ist die Wohnung sogar in 324 der 401 Regionen nach knapp 20 Jahren abbezahlt. In den Metropolen wird es allerdings teurer. Wer mit Wohneigentum liebäugelt, sollte nicht zu lange warten. Noch sind die Zinsen niedrig, aber diese Phase könnte schon bald vorbei sein.

Die Modellrechnung des HWWI operiert mit einem Zinssatz von 2,45 Prozent p.a., der dem Zinssatz aktueller Finanzierungsangebote am Markt entspricht, und variiert die Anfangstilgungen und damit die Tilgungsdauer. Die monatliche Zahlungsleistung aus Tilgung und Zinszahlung (Annuität) wird dabei für die gesamte Finanzierungsdauer
festgeschrieben. Berechnet wurde die monatliche Zahlungsleistung jeweils für eine 70-Quadratmeter-Wohnung zu regionalen Durchschnittspreisen, für die 20 Prozent Eigenkapital beim Kauf eingebracht wird. Grunderwerbssteuer, Notar und mögliche Umbauten wurden nicht in die Berechnungen einbezogen.

Nur in 25 Städten und Kreisen, also in sechs Prozent aller untersuchten Regionen, werden bei knapp 20 Jahren Tilgungsdauer mehr als 1.000 Euro monatlich fällig. In Städten wie Nürnberg, Bonn, Hannover oder Dresden bleibt die Rate bei gleicher Tilgungsdauer ebenfalls unterhalb der 1.000 Euro-Schwelle. In den Ruhrgebietsstädten Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, aber auch in Wuppertal und Bielefeld, ist der Kauf bereits mit einer Monatsrate von unter 500 Euro zu finanzieren. „In diesen Regionen sind Wertsteigerungen bei Immobilien nicht unbedingt zu erwarten. Wer aber dort bereits wohnt und langfristig eine Berufs- und Lebensperspektive hat, für den kann der Wohneigentumserwerb durchaus attraktiv sein. Die eigenen vier Wände bilden einen wesentlichen Baustein für eine gute Alterssicherung“, sagt Harald Göbel, Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse.

Wer in Kauf nimmt, die Wohnung länger als 20 Jahre, nämlich insgesamt knapp 33 Jahre abzubezahlen und daher einen Anfangstilgungssatz von nur zwei Prozent vereinbart, kann die monatlichen Ratenzahlungen deutlich drücken: Mehr als 750 Euro monatlich würden deutschlandweit dann nur in 20 Kreisen und Städten fällig, davon fünf Städte mit monatlichen Belastungen von über 1.000 Euro – immer vorausgesetzt, die Zinsen bleiben über diesen langen Zeitraum stabil.

In gut 14 Jahren schuldenfrei

Im Rekordtempo schuldenfrei und dabei weniger als 1.000 Euro monatlich zahlen – das geht in 327 Kreisen, sobald ein anfänglicher Tilgungssatz von sechs Prozent mit einer Laufzeit von 14 Jahren und einem Monat vereinbart wird. In 227 Kreisen ist die Turbo-Tilgung sogar für weniger als 750 Euro monatlich zu haben.

Eine kurze Tilgungsdauer bietet auch der Generation 50+ noch gute Chancen für einen Immobilienkauf. Wer bereits Wohneigentum besitzt und sich verändern möchte, oder über Vermögen aus anderen Quellen verfügt, kann durchaus noch in eine neue Finanzierung einsteigen. Denn wenn durch den Verkauf der aktuell genutzten Immobilie, die Auflösung eines Depots oder Auszahlung einer Lebensversicherung mehr Eigenkapital, als die in der Regel geforderten 20 Prozent vorhanden sind, können Tilgungsbelastung und Finanzierungsdauer kräftig reduziert werden.

Sicherheit durch lange Zinsbindung

„Käufer müssen aber auch ein gewisses Zinsrisiko in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Wenn die Zinsen steigen, könnte die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindungsfrist höhere monatliche Belastungen nach sich ziehen oder eine Verlängerung der Tilgungsdauer erforderlich machen“, sagt Göbel. Es empfiehlt sich daher, auf möglichst lange Zinsbindungsfristen zu setzen. In der aktuellen Niedrigzinsphase sollten auch so genannte Volltilger-Darlehen in Erwägung gezogen werden. Dabei läuft die Zinsbindung bis alle Schulden komplett getilgt sind. Mit einer langen Zinsbindungsfrist sichert sich der Käufer die momentan günstigen Zinsen und gewinnt Planungssicherheit durch stabile Ratenzahlungen hinzu.

Hohe Raten in den „Big Seven“

In den so genannten „Big Seven“-Städten sorgen die hohen Preise allerdings dafür, dass Kaufinteressierte mit 20 Prozent Eigenkapital an vergleichsweise hohen Raten kaum vorbeikommen. Nur in Köln bleiben Käufer bei knapp 20 Jahren Tilgungsdauer mit ihren monatlichen Zahlungen unter der 1.000-Euro-Marke. Mit Ausnahme von München lässt sich in den anderen fünf der sieben größten deutschen Metropolen eine Rate von unter 1.000 Euro monatlich, nur durch eine Verlängerung der Tilgungsdauer, erreichen. In Deutschlands teuerster Stadt München reicht aber selbst eine Streckung der Rückzahlungsdauer auf knapp 33 Jahre nicht aus. Bei einem anfänglichen Tilgungssatz von zwei Prozent müssen Käufer Belastungen von monatlich 1.410 Euro einplanen – vorausgesetzt, die Zinsen bleiben über diesen Zeitraum stabil.

„Aus den Analysen für den Postbank Wohnatlas wissen wir, dass die Immobilienpreise in den „Big Seven“ voraussichtlich weiter steigen werden. Besonders in begehrten Lagen verspricht ein Investment also auch in Zukunft Wertsteigerungspotentiale. Kaufinteressierte sollten aber unbedingt genau kalkulieren, was bei der Immobilienfinanzierung über die nächsten Jahrzehnte auf sie zukommt“, sagt Göbel.

Quelle: DEAL-Magazin.de

Durchschnittsrate und Darlehenshöhe für Immobilienkredite steigen

Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Standardrate steigt steiler

Für die Vergleichbarkeit ermittelt der Finanzdienstleister Dr. Klein eine fiktive Standardrate, die für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet wird. Im Juni steigt sie um rund 2,6 Prozent und damit stärker als in den Monaten zuvor. Mit 480 Euro ist der Wert zwar so hoch wie zuletzt vor eineinhalb Jahren, aber immer noch auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau: In der zweiten Jahreshälfte 2015 lag die durchschnittliche Monatsrate fast durchgängig über dem aktuellen Wert.

Dauerrekord bei der Kreditsumme

218.000 Euro: Die durchschnittliche Darlehenshöhe erreicht erneut einen Höchstwert – und wer prognostiziert, dass dies nicht der letzte sein wird, lehnt sich damit wohl nicht weit aus dem Fenster. Zu erwarten ist, dass mindestens die Ballungsräume weiterhin höhere Immobilienpreise sehen werden – wenn auch mit reduziertem Tempo. Eine Entwicklung, die auch der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) für zehn Metropolregionen widerspiegelt.

Lange Zinsbindung

Im Juni entscheiden sich die deutschen Darlehensnehmer für eine Zinsbindung von durchschnittlich 14 Jahren, einen Monat länger als im Mai. Damit sichern sie sich die günstigen Zinsen nach wie vor für einen sehr langen Zeitraum. Der Vorteil an der langen Bindung: Das Zinsänderungsrisiko ist geringer, weil nach Ablauf des Kredits bereits ein größerer Anteil getilgt ist.

Beleihungsauslauf und Tilgung steigen leicht

Der Beleihungsauslauf gibt den fremdfinanzierten Anteil des Immobilienwertes wider. Je höher er ist, desto weniger Eigenkapital wird im Verhältnis eingebracht. Steigende Immobilienpreise und damit auch Kaufnebenkosten machen es Immobilienkäufern oder Bauherren tendenziell schwerer, mit den eigenen Mitteln prozentual mitzuhalten – der Beleihungsauslauf steigt im Juni leicht an. Mit 81,36 Prozent spricht er aber nach wie vor für sehr fundierte Finanzierungen. Auch der Tilgungssatz, ein weiterer Indikator für die Solidität von Krediten, bleibt hoch: Im Juni beträgt er durchschnittlich 2,85 Prozent und damit etwas mehr als im Mai.

Anteile der Darlehensarten

Die Nachfrage nach Forward-Darlehen nimmt weiter ab: Nach Januar fällt ihr Anteil zum zweiten Mal unter die 10-Prozent-Grenze (9,96 Prozent). Annuitätendarlehen dagegen setzen ihren Höhenflug weiter fort und sind beliebter denn je: Von hundert Euro, die Banken für Immobilien verleihen, entfallen fast 82 Euro auf diese klassische Darlehensart (81,95 Prozent).

Quelle: DEAL-Magazin.de

Rechtliche Risiken beim Immobilienverkauf vermeiden

Rund um den Handel mit Immobilien hat der Gesetzgeber viele Rechtsklauseln geschaffen, um Käufer und Verkäufer umfassend zu schützen. Mit der Unkenntnis dieser Bestimmungen wachsen allerdings die Risiken beim Hausverkauf. So steht Immobilienkäufern ein Recht zum Kaufrücktritt oder sogar auf Schadenersatz zu, wenn Verkäufer gegen ihre Pflichten verstoßen. Welche Risiken Verkäufer unbedingt kennen sollten und wie sich unnötige rechtliche Stolperfallen umgehen lassen, erklären die Experten vom Maklerunternehmen Homeday.

Umfassende Informationspflicht von Verkäufern

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Immobilienverkäufer stehen in der Pflicht, ihrem Käufer alle wertrelevanten Informationen zu geben. Treten beispielsweise im Nachhinein gravierende Mängel am Objekt auf, besteht ein Vertragsauflösungsrecht wenn der Verkäufer diese kannte, aber nicht kommuniziert hat. Je nach Fall erwirbt der Käufer zudem einen Anspruch auf Schadensersatz.

Ähnlich problematisch ist das Verschweigen von Rechtsverhältnissen wie bestehenden Mietverträgen, Wohn- und Wegerechten. Klarheit muss ebenfalls über Belastungen wie Hypotheken und Grundschulden bestehen, die Dritten Rechte an der Immobilie einräumen. Tipp: Ein Haftungsausschluss minimiert die Risiken für den Verkäufer. Er wird im Kaufvertrag fixiert und gilt für versteckte Mängel, die für beide Vertragsparteien nicht erkennbar waren.

Verkauf nur mit vollständigen Unterlagen

„Neben der umfassenden Informationspflicht kommt es beim Immobilienverkauf vor allem auf eine vollständige Dokumentation an”, erklärt Homeday-Gründer und Geschäftsführer Steffen Wicker. Fehlen wichtige Unterlagen, wie die Betriebskostenabrechnung, der Grundbuchauszug oder der Energieausweis, entstehen im Ernstfall nicht nur unnötige Verzögerungen. So verlangt beispielsweise die aktuelle Energieeinspar-Verordnung (EnEv) von jedem Immobilienbesitzer die Vorlage eines gültigen Energieausweises bei Verkauf, Verpachtung und Vermietung. Verstöße gegen die Vorlagepflicht ahndet der Gesetzgeber mit Bußgeldern bis zu 15.000 Euro.
„Professionelle Maklerunternehmen bieten in diesem Zusammenhang einen detaillierten Dokumenten-Check an, bei dem alle für den Verkauf notwendigen Unterlagen organisiert und geprüft werden”, so Wicker.

Mehr Planungssicherheit durch Reservierungsvereinbarung und Vorvertrag

Trotz aller Bemühungen und gebotener Sorgfalt kann es im Zeitraum zwischen mündlicher Einigung und notarieller Beurkundung passieren, dass der potenzielle Käufer einen Rückzieher macht. Eine Reservierungsvereinbarung reduziert dieses Risiko beim Hausverkauf. Sie schafft Planungssicherheit für alle Seiten, denn die reservierte Immobilie wird keinem anderen Interessenten angeboten. Noch sicherer ist der Vorvertrag. Er wird notariell beurkundet und ist für Käufer und Verkäufer bis zum Verkaufszeitpunkt bindend.

Auch die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags ist gesetzliche Pflicht und im § 311b Abs. 1 BGB geregelt. Hierbei fungiert der Notar als unparteiischer Wächter des Rechts. Er erstellt nach Rücksprache mit allen Beteiligten einen Kaufvertragsentwurf und schickt ihn an beide Vertragsparteien. Zwischen dem Eintreffen des Entwurfs und dem Beurkundungstermin sollten im Idealfall mindestens zwei Wochen liegen – Zeit für eventuelle Änderungen und Feinabstimmungen im Vertrag.

Schadensersatzforderungen bei möglichen Vorkaufsrechten umgehen

„Mit Blick auf das Vertragswerk müssen Verkäufer in bestimmten Situationen auch das Vorkaufsrecht Dritter beachten”, führt Wicker aus. So erhalten beispielsweise Mieter nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Az. 51/14) seit 2015 in der Regel ein entsprechendes Vorkaufsrecht, wenn eine Umwandlung ihrer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung bevorsteht.

„In diesem Zusammenhang sind Berechtigte befugt, die Immobilie zu den Konditionen zu kaufen, die der Verkäufer mit einem Dritten im Kaufvertrag festgehalten hat. Um mögliche Schadensersatzforderungen des ursprünglichen Käufers auszuschließen, sollte der Eigentümer ein entsprechendes Rücktrittsrecht im Vertrag festhalten”, rät Wicker.

Spezielle Risiken beim Verkauf einer Wohnung ausschließen

Bei der Veräußerung von Eigentumswohnungen liegen die Besitzverhältnisse oft etwas komplizierter als beim reinen Hausverkauf. Hierbei muss vor allem zwischen dem sogenannten Sondereigentum in vollständigem Eigenbesitz und dem anteiligen Gemeinschaftseigentum, zum Beispiel an Teilen des Kellers, des Daches oder Grundstücks, unterschieden werden. Im Hinblick auf die Besitzverhältnisse ist es daher ratsam, den jeweiligen Umfang des Sonder- und Gemeinschaftseigentums durch den Notar klar im Kaufvertrag zu fixieren und den Käufer detailliert über seine Rechte und Pflichten in der Eigentümergemeinschaft aufzuklären.

Wer eine vermietete Immobilie verkauft, tritt seine Rechte und Pflichten als Vermieter an den Käufer ab. Nach §566 BGB gilt zur Sicherheit des Mieters der Grundsatz „Kauf bricht nicht Miete“. Das heißt: Der neue Eigentümer übernimmt bestehende Mietverhältnisse unverändert. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, im Kaufvertrag festzuhalten, dass es sich um den Verkauf einer vermieteten Immobilie handelt und die konkreten Rechte und Pflichten zu benennen, die sich aus dem bestehenden Mietverhältnis ergeben. Zudem gilt es, Regelungen zu offenen Mietforderungen, der Zahlung von Betriebskosten und Kautionsrückzahlungen zu treffen.

Quelle: DEAL-Magazin.de

Erste Gebäude-Energieausweise laufen ab

Wer sein Haus oder seine Wohnung neu vermieten oder verkaufen will, muss einen Energieausweis zum Gebäude vorlegen. Das gilt bei Wohngebäuden mit Baujahren vor 1965 seit dem 1. Juli 2008 (und für jüngere Gebäude seit 2009). Da Energieausweise für 10 Jahre ausgestellt werden, haben die ersten nun seit Juli 2018 ihre Gültigkeit verloren. Darauf weist der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum e.V. hin.

„Schauen Sie nach, wann Ihr Energieausweis abläuft, und werden Sie vorher aktiv“, sagt WiE-Referentin Sabine Feuersänger. Hauseigentümer haben die Sache in der eigenen Hand. Bei Wohnungseigentümern sieht das anders aus, denn der Energieausweis bezieht sich nicht auf eine einzelne Wohnung, sondern immer auf das ganze Gebäude. „Bei Wohnungseigentümergemeinschaften muss die Eigentümerversammlung den Auftrag zur Erstellung eines (neuen) Energieausweises beschließen, wobei die WEG auch die Kosten hierfür trägt“, erläutert Feuersänger. „Da in der Regel nur eine Eigentümerversammlung pro Jahr stattfindet, sollten potenzielle Neuvermieter oder Verkäufer unbedingt rechtzeitig darauf drängen.“ Die im – gültigen – Ausweis genannte Effizienzklasse oder der Energiekennwert müssen Verkäufer und Vermieter bereits in der Immobilienanzeige veröffentlichen. Der Ausweis selbst ist Interessenten bei der Besichtigung vorzulegen und Käufern/Mietern nach Abschluss des Vertrags in Kopie auszuhändigen.

Mithilfe des Energieausweises sollen Käufer oder Mieter verschiedene Wohnungsangebote vergleichen und dann besser entscheiden können, welche Wohnung sie nehmen wollen. Sinnvoll sind die Infos aus dem Ausweis aber auch für Eigentümer, die nicht vermieten oder verkaufen wollen. Denn sie geben erste Hinweise, ob es sich lohnt, das Wohngebäude energetisch zu sanieren. Enthalten sind neben Angaben zum Gebäude und zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern (z.B. Gas, Öl) auch wichtige Energiekennwerte über das Gebäudes oder – in neueren Ausweisen – eine Einstufung des Gebäudes in eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H. Darüber hinaus werden sogar konkrete Empfehlungen für energetische Sanierungen aufgeführt.

Wohnen im Eigentum e.V. rät: Bei der Auftragsvergabe sollten Haus- und Wohnungseigentümer darauf achten, dass ein qualifizierter Energieberater den Ausweis erstellt. Solche Experten sind z.B. über eine Liste unter www.energie-effizienz-experten.de zu finden. Weitere Informationen etwa zum wichtigen Unterschied zwischen dem – aussagekräftigeren, aber teureren – Bedarfsausweis und dem einfachen Verbrauchsausweis stehen auf der WiE-Website unter wohnen-im-eigentum.de -> Modernisierung -> Energieausweis. An dieser Stelle finden Interessierte auch den Link zu nützlichen Online-Checklisten und Berechnungshilfen zum Heizenergie- und Wasserverbrauch, zu Modernisierungsmaßnahmen und zu Fördermitteln.

Quelle: DEAL-Magazin.de

Empirica veröffentlicht Immobilienpreisindex 2/2018

Preise für neue Wohnungen im Jahresvergleich um 9,3 Prozent gestiegen

Die Kaufpreise für neu gebaute Eigentumswohnungen in den kreisfreien Städten sind im zweiten Quartal 2018 gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres um 2,3 Prozent gestiegen. In den Landkreisen liegt der Anstieg bei 1,7 Prozent. Im Jahresvergleich haben die Preise bundesweit um 8,4 Prozent zugelegt: 9,3 Prozent in den kreisfreien Städten und 7,8 Prozent in den Landkreisen. Das sind Ergebnisse des aktuellen Empirica-Immobilienpreisindex.

Quelle: haufe.de

Baupreisindex im Mai um 4,1 Prozent gestiegen

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes stieg der Preisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im Mai 2018 gegenüber Mai 2017 um 4,1%. Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit November 2007 (+5,8%).

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte der Preisanstieg im Februar 2018 im Jahresvergleich bei 4,0% gelegen. Von Februar 2018 auf Mai 2018 erhöhten sich die Baupreise um 1,0%.

 

Die wichtigsten Baupreisindizes im Überblick: 

  • Wohngebäude (Basisjahr 2010) => 121,2%
  • Instandhaltung von Wohngebäuden (Basisjahr 2010) => 124,9%
  • Bürogebäude (Basisjahr 2010)=> 121,8%
  • Gewerbliche Betriebsgebäude (Basisjahr 2010) => 121,9%
  • Straßenbau (Basisjahr 2010) => 122,7%


Unser Service für Sie – Indizes zum Basisjahr 2000 = 100 

Neben einer Zeitreihe und der amtlichen Indizes stellen wir Ihnen auf unserer Webseite exklusiv die Indizes zum Basisjahr 2000=100 zur Verfügung. Diese werden durch Umbasierung von uns berechnet.

In Kürze wird die komplette Zeitreihe inklusive der Baupreisindizes zu weiteren Basisjahren im Rahmen der 126. Ergänzungslieferung zur Loseblattsammlung Marktdaten und Praxishilfen ausgeliefert.

Aktualisierung Ihrer Software steht bereit

Spielen Sie noch heute als Nutzer von ProSa, SmartValue, ProBel und AKuK die neuen Baupreisindizes über das kostenfreie Update in Ihre Software ein. Mit diesem Update werden die Baupreisindizes in den genannten Softwareprogrammen in einem Zuge aktualisiert.

Für unsere webbasierten Bewertungslösungen (Five2Click, Ten2Click Ten2Click eXpert, SprengnetterONE) wird der neue Baupreisindex am 10.07.2018 ab 19:00 Uhr durch Sprengnetter zentral bereitgestellt und eingespielt. Für die Nutzer dieser Lösungen ist die Aktualität des Baupreisindex daher automatisch gegeben.

Quelle: Sprengnetter.de

Passendes Grundstück fürs Eigenheim finden: Tipps zur Standortwahl

Bestandsimmobilie oder Neubau? Diese Frage stellen sich viele zukünftige Hausbesitzer. Entscheiden sie sich für Letzteres, verfügen sie so über ein größeres Maß an Flexibilität und realisieren das Traumhaus ganz nach ihren Wünschen. Doch bevor es so weit ist, beginnt erst die Suche nach dem passenden Grundstück. Um Zeit zu sparen sowie Nerven zu schonen, sollten Häuslebauer sich bereits im Vorfeld einig darüber sein, wie der für sie perfekte Standort und das fertiggestellte Haus auszusehen hat. „Neben dem Preis sind vor allem die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten und gegebenenfalls Schulen in der Nähe wichtig. Auch die Erschließung spielt eine entscheidende Rolle“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de.

Unterstützung in Anspruch nehmen

Bis die Häuslebauer das richtige Grundstück finden, vergeht oftmals viel Zeit voller Telefonate, Recherchen auf Internet-Portalen und Besichtigungstermine. Es gibt jedoch Abkürzungen: „Gute Makler kennen sich regional bestens aus und haben für die Wunschvorstellungen häufig passende Empfehlungen. Daneben sind auch Kommunen oftmals richtige Ansprechpartner, da sie viele neuerschlossene Grundstücke zum relativ günstigen Preis verkaufen“, ergänzt Scharfenorth.

Wesentliche Formalitäten nicht vergessen

Sind die zukünftigen Hausbesitzer bereits so weit und haben den perfekten Bauplatz gefunden, sollten sie sich als nächstes an das Bauamt wenden. Dort erhalten sie Informationen zu den Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, welche Auskunft über die zukünftige Entwicklung der Lage geben. Auch die Einstufung des Grundstücks ist relevant und verrät, ob die Eigentümer es überhaupt bebauen dürfen. „Zu Guter Letzt sollte das Grundbuch auf Rechte Dritter geprüft werden, die beispielsweise aufgrund von Durchfahrten oder Kanalisationen das Grundstück in der Nutzung einschränken können“, weiß Scharfenorth.

Quelle: DEAL-Magazin.de

Marktdaten

Sprengnetter Immobilienbewertung prüft permanent die in der Wertermittlungssoftware hinterlegten Marktdaten und passt diese den aktuellen Marktgeschehnissen an.

Unsere Marktforschungsabteilung beobachtet den Immobilienmarkt in Deutschland sehr genau. Sprengnetter hat nun für große Teile Deutschlands neue Sachwertfaktoren, Liegenschaftszinssätze, Vergleichswerte und Vergleichsmieten auf der regionalen Ebene abgeleitet. Diese Aktualisierungen können auch Einfluss auf das objektbezogene Sprengnetter-Lagescoring haben.

Was hat sich konkret geändert? Bezogen auf die rd. 8.200 Postleitzahlgebiete Deutschlands ergeben sich bei den Sprengnetter-Sachwertfaktoren für Einfamilienhäuser Änderungen in rd. 7.200, bei den Sprengnetter-Vergleichswerten für Eigentumswohnungen in rd. 7.300 und bei den Sprengnetter-Liegenschaftszinssätzen für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser Änderungen in rd. 6.600 und bei den Vergleichsmieten Änderungen in rd. 7.100 Postleitzahlgebieten.

Das oben stehende Histogramm verdeutlicht beispielhaft die Verteilung der Veränderungen der Vergleichswerte für Eigentumswohnungen. Es zeigt deutlich, dass es sowohl Auf- als auch Abwertungen gibt.

Die marktüblich und nachhaltig erzielbare Nettokaltmiete wurde auf der Basis der Veröffentlichung der Mietspiegel von 459 Gemeinden in Deutschland sowie der Mietübersichten der Gutachterausschüsse für weitere 1.314 Gemeinden abgeleitet. Dabei wurden Mietspiegel für 16 Gemeinden aktualisiert.

Damit lagen hier Mietwerte für insgesamt 1.773 Gemeinden in Deutschland vor. Dies entspricht dem Wohnraum von rund 56 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Die Ableitung der Vergleichsmieten für Gemeinden ohne amtliche Mietinformationen erfolgte durch Übertragung der Mieten aus vergleichbaren Regionen mittels multiplen und linearen Regressionsanalysen. Berücksichtigung fanden dabei insbesondere Daten zur regionalen Immobilienmarktentwicklung und zur kleinräumigen Lagequalität auf der Grundlage von ca. 767.000 in der Sprengnetter Objektdatenbank gespeicherten Mieten. Die Entwicklung der Mieten im Vergleich zur vorherigen Auswertung lag zwischen – 5 Prozent und + 5 Prozent. Im Mittel betrug sie + 1 Prozent.

Die in unseren Vorabinformationen über die Aktualisierung der Marktdaten gewählte Bezeichnung „Aktualisierung“ bringt zum Ausdruck, dass Sie in den jeweiligen PLZ-Gebieten gegenüber den Bewertungen im Vorquartal allein aufgrund der Marktdatenänderungen durch den Sachwertfaktor bzw. Liegenschaftszinssatz höhere, niedrigere oder unveränderte Bewertungsergebnisse bei ansonsten unveränderten Eingaben (z.B. Bodenwert, Miete) erhalten werden. Die tatsächliche Marktentwicklung ergibt sich jedoch nur aus dem komplexen Zusammenwirken aller das jeweilige Wertermittlungsverfahren betreffenden Markt- und Objektdaten. Die Veränderungen einzelner Marktdaten stellen somit kein Marktschwankungskonzept dar und sind nicht unmittelbar mit reinen Marktschwankungskonzepten oder Preisindizes vergleichbar. Für diese Zwecke bieten wir Ihnen gern unser Marktschwankungskonzept „Sprengnetter-Immobilienmarktmonitoring“ an. Wenn Sie Näheres hierzu wissen möchten, sprechen Sie uns einfach an.

In allen Software-Systemen, die auf den Marktdaten-Service zugreifen (SprengnetterONE, Ten2Click eXpert, Ten2Click, Five2Click, ProSa, SmartValue etc.) stehen Ihnen die aktuellen Marktdaten seit dem 16. Juli 2018 automatisch zur Verfügung. Sie finden die aktualisierten Marktdaten auch als Datensätze zum Download in unserem Marktdatenportal.

Quelle: Sprengnetter.de

Bauen und Wohnen in Kleinstädten ist im Trend

Arbeitsplatzwechsel, Wohnraummangel oder Platz für die Familie: kleinere und mittlere Städte gewinnen gegenüber Großstädten an Attraktivität. Denn im Umland sind die Lebenshaltungskosten niedriger und die Lebensqualität höher. Das eigene Massivhaus wird sogar oftmals von Kommunen durch günstiges Bauland gefördert.

Besonders Familien mit Kindern sind durch das Leben in Großstädten gefordert: überfüllte Kitas, Gerangel um einen Platz in der weiterführenden Schule, hohe Mieten. Wer in der glücklichen Lage ist, eine günstige Mietwohnung in einem angesagten Viertel zu haben, muss damit rechnen, dass die Wohnung wegen Verkauf oder Luxussanierung gekündigt wird. Wohnungssuche in Deutschland ist in Zeiten von Wohnraummangel und steigenden Mieten ein Glücksspiel und kann leicht zum Nebenjob werden. Zudem sind die Lebenshaltungskosten in München, Hamburg oder Frankfurt/M. deutlich höher als im Umland.

„Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade bei jungen Familien der Trend zum Leben in Kleinstädten abzeichnet. Denn mit den Kindern kommt oft der Wunsch nach ausreichend Platz und damit einem eigenen Massivhaus. Immer mehr Bauherren entscheiden sich für ein Leben in eher ländlichen Regionen“, sagt Jürgen Dawo, Gründer von Town & Country Haus.

Eine aktuelle Studie belegt: Trend in mittelgroße und kleine Städte zu ziehen
Die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie veröffentlicht, die aufgrund von Zu- und Fortzugs-Daten belegt, dass das Leben in der Stadt nach wie vor im Trend ist, sich jedoch auf mittlere und kleinere Städte verlagert sowie Kommunen im ländlichen Raum am Rande der Metropolen. In der Studie werden Kommunen ab einer Größe von 5.000 Einwohnern betrachtet.

Die Studie beschäftigt sich auch mit den Gründen für den Umzug. Gegen ein Leben in einer Millionenstadt spricht mehr als die teure Miete oder ein Arbeitsplatzwechsel, so das Ergebnis. Menschen in der Ausbildung und Berufsanfänger ziehen Großstädte vor. In der Phase der Familiengründung entscheiden sich junge Paare für das Leben in kleineren Städten, da das Umfeld dort besser zu ihren Vorstellungen passt.
„Auch wir erleben, dass junge Familien nach wie vor vom eigenen Haus auf dem Land träumen. Ein eigenes Haus muss nicht viel teurer als die Miete sein, wenn man nicht gerade in unmittelbarer Nähe oder gar in Ballungszentren bauen möchte“, sagt Jürgen Dawo.

Rund 42 Prozent der im Rahmen des bau-o-meters (www.bauometer.de) befragten Hausbau-Interessierten bevorzugen ein Massivhaus im ländlichen Raum, also in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern. In Mittelstädten zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern wollen 28 Prozent der Befragten bauen.

Die Zahlen belegen einen Trend zur Reurbanisierung der Klein- und Mittelstädte. Grundsätzlich profitiert das Umland von Ballungszentren von dem Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und mehr Lebensqualität. Damit die Städte attraktiv zum Leben und Arbeiten sind, ist eine moderne und funktionierende Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung.

Treiber Infrastruktur: Bauland für Familien

Kleinere und mittlere Städte holen bei der Infrastruktur auf. So reduziert sich das Nahverkehrsangebot längst nicht mehr auf die Großstädte, sondern verbindet ganze Regionen mit Bahn und Bus. Beispielweise ist die kreisfreie Stadt Landshut – etwa 70 Kilometer nordöstlich von München – so gut mit dem Großraum der Metropole vernetzt, dass dort derzeit der meiste neue Wohnraum in Deutschland entsteht.

Von dem Boom profitieren auch die kleineren Kommunen, die neue Wohngebiete erschließen. Aber auch andere Städte boomen wie Bad Neustadt an der Saale in Bayern, Aurich in Niedersachsen, Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern oder Heide in Schleswig-Holstein, Finsterwalde im südlichen Brandenburg, Eschwege im nordöstlichen Hessen, Hildburghausen in Thüringen oder Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Neben Nahverkehr zählen Ärzteversorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen zu einer attraktiven Infrastruktur. Kommunen, die sich entschieden haben, den Zuzug von Familien zu fördern, bieten günstiges Bauland an, ebenso wie Kitaplätze.
Gerade Eltern wünschen sich ein sicheres Umfeld für ihre Kinder. Auf der Bewertungsskala einer kinderfreundlichen Stadt stehen daher eine niedrige Kriminalitätsrate, Kindergärten, Schulen, Spielplätze, Sportvereine und Musikschulen sowie kurze Wege, die Kinder mit dem Rad oder dem Bus bewältigen können.

 

Quelle: DEAL-Magazin.de

Haushaltsgesetz 2018: Änderungen bei Vergabe bundeseigener Immobilien

Der Bundestag hat am 5. Juli das Haushaltsgesetz 2018 beschlossen. Geändert wurde unter anderem die Vergabepraxis bundeseigener Immobilien durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Kommunen sollen die Grundstücke vergünstigt kaufen können, sofern sie damit ihren öffentlichen Auftrag erfüllen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßte den Vorstoß.

„Wir brauchen dringend mehr bezahlbares Bauland, um mehr bezahlbaren Wohnraum in den angespannten Märkten zu schaffen“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko in Berlin. „Es ist daher sehr erfreulich, dass die BImA sich nun von der Vergabepraxis nach Höchstpreisgebot wegbewegt“. Die Länder hatten im November 2017 einen entsprechenden Gesetzesantrag beschlossen.

Öffnungsklausel: Weiterveräußerung an Dritte

Möglich ist künftig auch die Weiterveräußerung eines vergünstigt erworbenen Grundstücks an private Dritte, wenn die Kommune sich dieses Dritten zur Erfüllung der öffentlichen Aufgaben bedient. Durch die so genannte Öffnungsklausel werde es für Genossenschaften, kommunale Wohnungsgesellschaften und private Unternehmen einfacher, die Grundstücke für den Bau bezahlbaren Wohnraums zu nutzen, so Gedaschko. Einzelheiten soll eine Richtlinie zur verbilligten Abgabe von Grundstücken regeln.

Bundeseisenbahnvermögen: Erbbaurechte laufen aus

Der Beschluss des Bundestags sieht außerdem vor, dass das Gesamtvolumen der Preisnachlässe auf den Verkehrswert den bisherigen Betrag von 100 Millionen Euro überschreiten darf, wenn die verbilligte Abgabe von Grundstücken dem sozialen Wohnungsbau dient.

Der GdW-Chef appelliert darüber hinaus an den Bund, auch die Grundstücke des Bundeseisenbahnvermögens günstiger abzugeben. Ursprünglich wurden den Eisenbahn-Wohnungsgenossenschaften Erbbaurechte eingeräumt – diese laufen nun aus.

IVD: „Beim Erreichten nicht stehen bleiben“

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, äußerte sich zwar nicht explizit zur Änderung in Sachen Vergabe von BImA-Grundstücken, hofft aber im Hinblick auf die im neuen Beschluss angekündigten Maßnahmen in puncto Eigentumsförderung und Bauoffensive auf eine neue Dynamik seitens der Regierung.

Der IVD-Präsident mahnt die Bundesregierung, auf dem Wohngipfel im Herbst drei Themen in den Vordergrund der Diskussion zu stellen: legislative Maßnahmen zur Baubeschleunigung, die fiskalische und monetäre Förderung des Wohnungsbaus sowie ergänzende Maßnahmen zum privaten Wohneigentumserwerb. „Wir dürfen bei dem Erreichten nicht stehen bleiben“, so Schick.

 

Quelle: haufe.de