Angrenzende Mehrfamilienhäuser und Drei-Objekt-Grenze

Aneinander grenzende, rechtlich selbstständige Mehrfamilienhausgrundstücke müssen bei der Beurteilung eines gewerblichen Grundstückshandels („Drei-Objekt-Grenze“) jeweils gesondert gezählt werden.

Das Finanzgericht entschied, dass ein gewerblicher Grundstückshandel vorlag, da die Eheleute (als Gesellschaft bürgerlichen Rechts) in einem kurzen Zeitraum nach Anschaffung mehr als drei Objekte veräußert hatten. Aneinander grenzende, rechtlich selbstständige Mehrfamilienhausgrundstücke müssen nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung grundsätzlich als gesonderte wirtschaftliche Einheit gezählt werden, die auch durch eine Vereinigung beziehungsweise Zuschreibung nach § 890 BGB, §§ 3 ff. GBO nicht zu einem einzigen Objekt „Häuserzeile“ oder „Straßenzug“ zusammengefasst werden können.

Das Finanzgericht schließt sich damit inhaltlich in vollem Umfang dem BFH-Urteil vom 3.8.2004 (X R 40/03) an, das ebenfalls eine gesonderte Zählung von Mehrfamilienhäusern im gewerblichen Grundstückshandel vorsieht. Zwar verweist das Finanzgericht auch auf das hiervon abweichende BFH-Urteil v. 5.5.2011 (IV R 34/08), nach dem ein ungeteiltes Grundbuchgrundstück mit fünf freistehenden Mehrfamilienhäusern nur ein Objekt im Sinne der „Drei-Objekt-Grenze“ ist.

(FG Düsseldorf, Urteil v. 3.11.2016, 16 K 3895/15 F)

Quelle: Haufe.de