Mehrfamilienhäuser in Ballungszentren 14,2 Prozent teurer

Die Preise am deutschen Immobilienmarkt steigen weiter. 2017 kletterte der auf Basis von Transaktionsdaten ermittelte Immobilienpreisindex des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) um 6,8 Prozent (2016: + 6,4 Prozent). Mehr als doppelt so hoch fiel der Anstieg in den Ballungszentren aus. Maßgeblicher Treiber dort war die Preisentwicklung bei Mehrfamilienhäusern mit einem Anstieg von 14,2 Prozent.

Die Preise für Wohnimmobilien erhöhten sich um 6,9 Prozent (2016: + 6,5 Prozent), die für gewerbliche Immobilien um 6,5 Prozent (2016: + 5,8 Prozent). Im dritten Quartal 2017 war der Index für Mehrfamilienhäuser um 9,2 Prozent gestiegen, für selbst genutztes Wohneigentum um 6,1 Prozent.

Mit den Ergebnissen für 2017 veröffentlicht der vdp erstmalig auch die Entwicklung der Kaufpreise und Mieten für Wohnimmobilien in den sieben größten deutschen Städten (Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln, Stuttgart) in Abgrenzung zum Gesamtmarkt. Die werden zukünftig ebenfalls quartalsweise veröffentlicht.

Index in Ballungszentren doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt

Der vdp-Immobilienpreisindex Wohnen weist für die Top-7 Städte 2017 einen Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf, der damit fast doppelt so stark ausfiel wie im Bundesdurchschnitt. Maßgeblicher Treiber war die Preisentwicklung bei Mehrfamilienhäusern mit einem Anstieg von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Offen ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie sich die angekündigten wohnungspolitischen Maßnahmen aus dem Koalitionsvertrag auf die Preisentwicklung an den Wohnungsmärkten auswirken. “ Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken

Büroflächen für Nutzer und Investoren erneut teurer

Der gewerbliche Immobilienmarkt profitierte 2017 erneut von einer robusten Konjunktur und steigenden Beschäftigungszahlen. Der entsprechende Preisindex legte um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Dominiert wurde die Entwicklung vom Büroimmobilienmarkt (+ 8,4 Prozent). Bereits im dritten Quartal 2017 hatten Büroimmobilien das stärkste Plus verzeichnet (9,5 Prozent). Im Büromarkt herrschte eine unverändert hohe Nachfrage, während sich das Angebot an neuen Flächen durch die geringe Bautätigkeit weiter verknappte. In der Folge stiegen die Mieten für Büroflächen um 3,2 Prozent. Gleichzeitig standen Büroimmobilien wiederholt im Fokus in- und ausländischer Investoren. Dies übte nochmals Druck auf die Renditen aus, der entsprechende Index sank um 4,9 Prozent. Auch am Einzelhandelsmarkt stiegen die Preise, wenn auch in deutlich geringerem Maße (+ 2,9 Prozent).

Quelle: haufe.de

Angrenzende Mehrfamilienhäuser und Drei-Objekt-Grenze

Aneinander grenzende, rechtlich selbstständige Mehrfamilienhausgrundstücke müssen bei der Beurteilung eines gewerblichen Grundstückshandels („Drei-Objekt-Grenze“) jeweils gesondert gezählt werden.

Das Finanzgericht entschied, dass ein gewerblicher Grundstückshandel vorlag, da die Eheleute (als Gesellschaft bürgerlichen Rechts) in einem kurzen Zeitraum nach Anschaffung mehr als drei Objekte veräußert hatten. Aneinander grenzende, rechtlich selbstständige Mehrfamilienhausgrundstücke müssen nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung grundsätzlich als gesonderte wirtschaftliche Einheit gezählt werden, die auch durch eine Vereinigung beziehungsweise Zuschreibung nach § 890 BGB, §§ 3 ff. GBO nicht zu einem einzigen Objekt „Häuserzeile“ oder „Straßenzug“ zusammengefasst werden können.

Das Finanzgericht schließt sich damit inhaltlich in vollem Umfang dem BFH-Urteil vom 3.8.2004 (X R 40/03) an, das ebenfalls eine gesonderte Zählung von Mehrfamilienhäusern im gewerblichen Grundstückshandel vorsieht. Zwar verweist das Finanzgericht auch auf das hiervon abweichende BFH-Urteil v. 5.5.2011 (IV R 34/08), nach dem ein ungeteiltes Grundbuchgrundstück mit fünf freistehenden Mehrfamilienhäusern nur ein Objekt im Sinne der „Drei-Objekt-Grenze“ ist.

(FG Düsseldorf, Urteil v. 3.11.2016, 16 K 3895/15 F)

Quelle: Haufe.de