Studie: Mehr Wohnungsneubau treibt Mieten

Immer wieder wird proklamiert: Um steigenden Mieten entgegen zu wirken, müsse mehr gebaut werden. Nun legt der Schweizer Investmentmanager Empira eine Studie für den deutschen Markt vor, die genau das Gegenteil behauptet: Mehr Wohnungsneubau lasse die Durchschnittsmieten eher steigen, entscheidender Faktor sei vielmehr die Entwicklung der Arbeitslosenquote, heißt es da.

Für die Korrelationsanalyse hat Empira 80 deutsche Städte ab 70.000 Einwohnern über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert und herausgefunden, dass etwa Städte wie Berlin, Leipzig oder Erlangen, deren Arbeitsmarktsituation in den vergangenen Jahren eine besonders große Dynamik entfaltet hatte, auch überdurchschnittliche Mietpreisanstiege aufweisen. Weniger relevant seien hingegen die Entwicklung der Bruttolöhne.

„Ein Faktor ist dabei die höhere Kaufkraft, ein anderer die Suche von Wohnungen am Arbeitsort“,  sagt Professor Dr. Steffen Metzner, Head of Research der Empira AG. „Selbst wenn neue Industrien eher Hochqualifizierte einstellen und diese Wohnraum im oberen Segment suchen, so helfen ‚Trickle-Down-Effekte‘ auch den anderen Lagen und Qualitäten am Markt“, meint der Wissenschaftler.

Neubauten teurer vermietet als Bestandswohnungen

Zahlreiche Studien gehen davon aus, dass mit steigenden Baugenehmigungen und Fertigstellungen auch die durchschnittlichen Mieten sinken. Verbände fordern eine Beschleunigung des Wohnungsneubaus durch die Politik. „Die positive, wenn auch geringe, Korrelation zwischen lokaler Bautätigkeit – Baugenehmigungen wie Fertigstellungen – und Mietpreisen widerspricht landläufig verbreiteten Annahmen“, sagt Lahcen Knapp, CEO der Empira AG.

Einer der Gründe könnte sein, dass neue Wohnungen teurer vermietet werden als Bestandswohnungen, was den Mietpreis im Durchschnitt anhebt. Ein signifikanter Zusammenhang ist laut Empira in den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen zu sehen. Sie laufen in ihrer Entwicklung teils den Mieten voraus. Steigen die Preise für Eigentumswohnungen ist auch die Zunahme der Mieten wahrscheinlich.

Einwohnerentwicklung hat kaum Einfluss auf Mietpreise

Wenig Einfluss hat laut Empira die Einwohnerentwicklung. Das trifft laut einer Studie von JLL etwa auf Leipzig zu. Laut einem Fazit von Empira hat sich gezeigt, dass vielmehr Städte mit hohen BIP-Wachstumsraten vergleichsweise hohe Steigerungen des Mietpreises aufweisen.

Einschränkend gib Empira zu bedenken, dass die Ergebnisse lediglich als Anhaltspunkte zu werten und weitere Tests sowie die qualitative Überprüfung von Kausalitäten notwendig seien. Die Studie soll keine Prognose sein, sondern zum Überdenken der bisherigen Studien zur Dynamik der Mietpreisentwicklung anregen.

Quelle: haufe.de

Wachstum bei Miet- und Kaufpreisen nähert sich an

Die angebotenen Kaufpreise auf dem Wohnungsmarkt sind in den Großstädten im ersten Halbjahr 2017 nur noch geringfügig schneller gewachsen als die Mietpreise. Das ergibt eine Untersuchung von JLL in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig.

http://www.immobilien-zeitung.de/profile/geo/Deutschland/Sachsen/Dresden

Für die Mieten ermittelt JLL im Schnitt eine Preissteigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7%, bei den Kaufpreisen sind es 8%. Den höchsten Anstieg bei den Mieten verzeichnete Berlin mit rund 13%, gefolgt von München mit 11%. In Stuttgart wird ein Plus von 8% registriert, in Köln 9%, in Düsseldorf und Leipzig jeweils 6%. Frankfurt verbuchte lediglich 3%. Nachdem es 2014 und 2015 nach einer leichten Beruhigung der stark angestiegenen Mietpreise ausgesehen habe, stellten sich 2016 und 2017 vor allem in Berlin und München neue Höchstwerte ein, konstatiert JLL. Die Researcher des Maklerhauses registrieren in München im Mittel eine Angebotsmiete von 18,70 Euro/qm. In Frankfurt sind es 13,70 Euro/qm, in Stuttgart 13,55 Euro/qm. In Berlin kletterten die Mietpreise auf 10,80 Euro/qm.

Höchster Anstieg in Berlin und Düsseldorf

Die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen verteuerten sich in Berlin im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um rund 12,5%, Düsseldorf erreicht 10%. In Hamburg, Frankfurt, Leipzig und Köln registriert JLL zwischen 7% und 9%. Unter dem Mietpreisanstieg blieben die Kaufpreise in München (+5%) und Stuttgart (+3%). Teuerste Stadt bleibt laut JLL aber München mit durchschnittlich 6.790 Euro/qm. In Frankfurt werden im Mittel 4.550 Euro/qm verzeichnet, in Hamburg (4.210 Euro/qm). Köln und Düsseldorf bringen es auf 3.310 Euro/qm bzw. 3.660 Euro/qm, Berlin kommt auf 3.730 Euro/qm.

Quelle: Immobilien-zeitung.de

Wohnungsmarkt: Mieten und Kaufpreise nähern sich an

Das hohe Mietpreiswachstum setzte sich im ersten Halbjahr 2017 in den meisten der acht von JLL untersuchten deutschen Metropolen fort, im Durchschnitt um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am deutlichsten war der Anstieg in Berlin mit 13 Prozent auf Jahressicht und um 80 Prozent seit 2004. Die Kaufpreise legten im Durchschnitt um acht Prozent zu, also nur noch geringfügig mehr als die Mietpreise.

Quelle: haufe.de